Oberlandesgericht Hamm, Az.: 9 U 238/15

Das Oberlandesgericht hat entschieden, dass auch Kinder im Falle der Missachtung der Verkehrsregeln für die Folgen des daraus resultierenden Verkehrsunfalls alleine haften.

Im vorliegenden Fall war ein 11-jährigen Fahrradfahrer, der zur entgegengesetzter Fahrtrichtung fährt und beim Überqueren des Unfallortes – an einer Kreuzung – mit einer 57-jährigen Fahrradfahrerin zusammengestoßen. Dabei verletzt sich die Fahrradfahrerin derart, dass sie mehrfach an ihrem Knie und ihrem Sprunggelenk operiert werden muss.
Das Oberlandesgericht meint, dass der im Unfallzeitpunkt 11 – Jährige Beklagte aufgrund seines Alters nicht berechtigt gewesen sei, auf dem Gehweg zu fahren. Ferner habe er den Gehweg entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung benutzt. Seine Fahrweise sei demnach hochgefährlich gewesen. Deswegen sei der 11 – jährige Beklagte für sein Fehlverhalten in alleine Verantwortung zu ziehen. Ein Mitverschulden der Klägerin scheide aus.
Das Oberlandesgericht hat der Klägerin Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von ca. mehreren 10.000€, sowie eine vierteljährlich zu zahlende Rente von ca. 820,00€ zuerkannt.

Das Urteil ist rechtskräftig.