Amtsgericht München, Urteil vom 08.12.2015, 283 Js 5956/15

Auch Fernreisebusunternehmen haften für den Verlust von Gepäckstücken von Reisenden.

 

Die Klägerin war mit einem solchen Reisebus von Dresden nach München mit zwei Zwischenhalten unterwegs. Ihr Reisegepäck, ein Koffer, wurde von dem Fahrer bei Reiseantritt in dem Gepäckraum des Busses untergebracht. Bei der Ankunft in München war der Koffer nicht mehr auffindbar.

 

Die Klägerin zeigte den Verlust unverzüglich dem Reisebusunternehmen an. Dieses lehnte eine Schadensersatzzahlung mit Verweis auf die AGB ab. Das Reiseunternehmen bezog sich hierbei auf einen gänzlichen Haftungsausschuss und stritt der Verantwortlichkeit für den Gepäcktransport ab. Jeder Reisende müsse selbst auf das Gepäck achten.

 

Dies sah das Amtsgericht München anders. Ein vollumfänglicher Haftungsausschluss sei ausgeschlossen. Das Gericht warf dem Reisebusunternehmen grobe Fahrlässigkeit vor, da das Gepäck in keiner Weise gesichert wurde. Auch nahm das Gericht neben der Personenbeförderung den Transport von Gepäckstücken als Aufgabe des Unternehmens an.

 

Zu beachten ist jedoch, dass die Beweislast für das Verschwinden sowie für den Inhalt des Koffers beim Reisenden liegen.